>> Entwicklung der GWA in Deutschland – ein e-learning-Projekt
>> The Citizen’s Handbook – umfangreiche Informationssammlung zu Community Organizing

Die Gemeinwesenarbeit ist historisch eng mit zivilgesellschaftlichen sozialen Bewegungen verknüpft. Die Wurzeln der GWA reichen ins 19. Jahrhundert Jahrhundert zurück. Insbesondere die Settlement-Bewegung und das von Saul Alinsky begründete Community Organizing zählen zu den Vorläufern der heutigen GWA.
Die industrielle Revolution und der damit verbundene Frühkapitalismus zu Beginn des 19. Jh. führten zu einer tief greifenden Spaltung der Gesellschaft entlang der Klassengrenzen. Um den vielfältigen Problemen (z.B. Slumbildung, menschenunwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen) zu begegnen, formierten sich BürgerInnen in England zur so genannten Settlement-Bewegung (das erste Settlement, „Toynbee Hall“ in London, wurde 1884 vom anglikanischen Pfarrerehepaar Barnett gegründet).
Die AktivistInnen siedelten sich in Armen- und Arbeiterviertel an (daher der Name), was in einer Zeit, in der die unterschiedlichen sozialen Klassen streng getrennt unter ihresgleichen wohnten, eine radikale Idee war. Einerseits forderten sie von der Regierung Sozialgesetze zu erlassen und andererseits sollte durch Nachbarschaftsangebote und Bildung Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Denn es wurde immer klarer, dass das Almosen-Geben als alleinige soziale Hilfe keine Lösung für das durch die Industrialisierung entstandene Massenelend sein konnte.
Ausgehend von dieser Bewegung, die auch in anderen Ländern Verbreitung fand, entstanden erste soziale Einrichtungen wie Wohnheime und Bildungseinrichtungen für Arbeiter. Die Anfänge der Sozialwissenschaften (Forschung zu Armut, Wohn-, Arbeits- und Gesundheitsbedingungen, Analphabetentum etc.) und die Gründung von Gewerkschaften gehen ebenfalls auf diese Zeit zurück.
In den USA der 1930er Jahre gründete Saul Alinsky das >> Community Organizing. Er appellierte an Menschen, sich zu organisieren und die dadurch gewonnene Macht zu nutzen, den Status quo in Frage zu stellen und so eigenverantwortlich ihre Lebenssituation zu verbessern. Er verstand sich als „Organizer“ und baute bis zu seinem Tod 1972 in ganz Nordamerika Bürger-Organisationen auf. Seine Arbeit hatte wesentlichen Einfluss auf die schwarze Bürgerrechtsbewegung, die mexikanisch-amerikanische Landarbeiterbewegung und die Studentenbewegung in den USA.
Im Laufe der Jahrzehnte erweiterten sich die Ziele des Community Organizing von vorrangig sozialen Anliegen hin auch zu ökologischen. Das Kernanliegen, nämlich BürgerInnen zu stärken und zu ermutigen, sich am demokratischen Leben zu beteiligen, ist von Anbeginn der Bewegung gleich geblieben.
In Mitteleuropa wird die Gemeinwesenarbeit seit den 70er Jahren und verstärkt seit den 1990er Jahren im Bereich der interdisziplinären Stadt- und Regionalentwicklung angewendet.
Nach Informationen von Christoph Stoik, FH Campus Wien – Sozialarbeit
Weitere Quelle: Renate Schnee, Gemeinwesenarbeit, Skriptum FH Campus Wien – Sozialarbeit, Wien 2004
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“We must believe that it is the darkest before the dawn of a beautiful new world. We will see it when we believe it.”
“Change means movement. Movement means friction. Only in the frictionless vacuum of a nonexistent abstract world can movement or change occur without that abrasive friction of conflict.”