>> Entwicklung eines Integrationsleitbildes, Krems

Arbeitsfelder
In den 1970er Jahren entwickelt, steht Gemeinwesenarbeit für eine verstärkte räumliche Ausrichtung der Sozialen Arbeit. Dieses interdisziplinäre Arbeitsprinzip hält zunehmend auch in traditionellen Arbeitsbereichen der Sozialen Arbeit Einzug (z.B. bei der Sozialraumorientierung in der Jugendwohlfahrt oder bei der Sozialarbeit mit älteren Menschen). Inhalte und Prinzipien der GWA finden sich heute in einer breiten Palette von Anwendungsfeldern wieder. So wird GWA z.B. in der Stadtteilentwicklung und präventiven Konfliktbearbeitung von benachteiligten Stadtteilen angewendet und ist ein wesentliches Element modernen Stadtteilmanagements. Weitere Einsatzgebiete reichen von der Armutsbekämpfung im städtischen und ländlichen Raum, bis zur Demokratieentwicklung und den Bereich der nachhaltigen Entwicklung.
Vorgehen der GWA
Das Gemeinwesen wird als Aktionsraum gesehen, in dem GemeinwesenarbeiterInnen die Bedürfnisse, Interessen oder Ärgernisse der BewohnerInnen aufspüren. Diese werden thematisiert und gemeinsam diskutiert mit dem Ziel einer positiven Veränderung. Zusammen mit den Betroffenen werden z.B. Aktionen gesetzt, um Aufmerksamkeit für Probleme im Stadtteil zu erreichen oder es werden Umgestaltungsmaßnahmen für Plätze, Parks und andere Räume im Stadtteil eingeleitet. Dabei liegt der Schwerpunkt nicht auf gesteuerten Veränderungsprozessen, sondern es geht um vielschichtige Interventionen zur Gestaltung der Wohnumgebung oder der Lebenssituation nach den Bedürfnissen der BewohnerInnen.
Die GWA arbeitet mit allen AkteurInnen, die einen Bezug zum Stadtteil haben: Menschen aller Altersgruppen und aller sozialen und ethnischen Gruppen. Sie unterstützt insbesondere benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Die GWA hat als Bindeglied zwischen den Interessen und Aktivitäten der Menschen im Stadtteil und den Ressourcen und Institutionen der Stadt bzw. des Stadtteils auch Übersetzungsfunktion: die Anliegen der Bevölkerung werden für die Politik und Verwaltung sichtbar gemacht, wie auch die Interessen der Politik und Verwaltung für die BürgerInnen verständlich transportiert werden. Durch die Vermittlung und Vernetzung der GWA können soziale Konflikte nachhaltig bearbeitet werden.
Grenzen der GWA
Die GWA stößt an Grenzen, wenn es um gesamtgesellschaftliche Probleme, wie z.B. um Arbeitslosigkeit, geht, die lokal oder regional nicht lösbar sind. Die GWA kann allerdings auf diese Probleme öffentlich aufmerksam machen.