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Gemeinwesenökonomie
Die Gemeinwesenökonomie (GWÖ) oder Solidarökonomie ist ein Bereich der GWA, der sich mit der Förderung regionaler und lokaler Ökonomie beschäftigt als alternative Konzeption des Wirtschaftens. Soziale und ökonomische Selbstorganisation ist Mittel und Ziel der Ökonomie des Gemeinwesens.
Gemeinwesenorientiertes Wirtschaften als ökonomisches Handeln der lokalen Bevölkerung in ihrem lokalen und regionalen Kontext soll die individuelle und gemeinsame Bedürfnisbefriedigung im Lebensumfeld vor Ort sichern. GWÖ dient nicht primär der privaten Profitmaximierung sondern der Bedarfsdeckung, Existenzsicherung und gesellschaftlichen Integration der örtlichen Bevölkerung. Sie stellt somit eine Alternative zum bestehenden System dar. Arbeit umfasst in der GWÖ ein breites Spektrum: gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeit, Nachbarschaftshilfe, Familienarbeit, Eigenarbeit, Tausch, Subsistenz, Kooperativarbeit, Erwerbsarbeit und Formen bürgerschaftlichen Engagements.
Entgegen der reinen Marktlogik hat GWÖ das soziale Ganze im Blick. Der Benachteiligung sozial schwacher Bevölkerungsgruppen sowohl in reichen als auch in unterentwickelten Ländern soll entgegengewirkt werden. Es geht um eine selbst bestimmte Nutzung der Potenziale der gesamten Bevölkerung.
Die praktische Umsetzung der GWÖ ist vor allem in der westlichen Welt noch sehr gering. Die ökonomische Entwicklung der letzten Jahrzehnte ging in eine der GWÖ entgegengesetzten Richtung: Privatisierung, Abbau wohlfahrtsstaatlicher Einrichtungen und Leistungen, wachsender Konkurrenzdruck durch Globalisierung etc. Die 2008 einsetzende Wirtschaftskrise hat aber das Interesse an wirtschaftlichen Alternativen und deren Verbreitung gestärkt.
Sozialraumorientierung
Der Begriff Sozialraum bzw. die Sozialraumorientierung hat ihren Ursprung in der Stadtsoziologie. Mit Sozialraum ist nicht nur ein sozialgeografisch begrenzter Raum gemeint, also ein Stadtteil oder eine Region. Unter Sozialraum wird ein sozial konstruierter Raum verstanden, in dem sich gesellschaftliche Entwicklungsprozesse manifestieren.
Die Sozialraumorientierung ist heute auch in der Sozialen Arbeit von hoher Bedeutung, insbesondere für die GWA. Weitere Details zur Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit finden Sie im Thema Sozialraum.
Quellen:
Christoph Stoik: Gemeinwesenarbeit, Governance und die Debatte um den Sozialen Raum. Beiträge zur partizipativen Demokratie-Entwicklung, Wien 2009 (unveröffentl.)
Grundlagen der GWA in Wien. Ein Positionspapier des Wiener Vernetzungsfrühstücks für Gemeinwesenarbeit. Wien, Juni 2004
Renate Schnee, Christoph Stoik: Gemeinwesenarbeit – Definitionen und Begriffe, Wien 2002