Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:
>> The Experience of the Participative Budget in Porto Alegre Brazil
Die südbrasilianische Stadt Porto Alegre erlangte in den 90er Jahren mit ihrer innovativen Stadtpolitik internationale Beachtung. Im Zentrum dieser neuen Politik stand die Budgeterstellung unter Beteiligung der Bevölkerung, das Partizipative Budget. Durch diese Art der Budgeterstellung wurde das Verhältnis zwischen Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft grundlegend verändert. Leider existiert diese Form der Partizipation heute nur mehr formal, da politische Veränderungen nach 2004 zu einer drastischen Einschränkung der Mitbestimmungsrechte der brasilianischen BürgerInnen führten. Dennoch wurde 1988 in Porto Alegre der Grundstein für das Partizipative Budget gelegt. Eine Verfassungsänderung führte zur Verankerung ausgeweiteter kommunaler Kompetenzen, die eine stärkere Demokratisierung zur Folge hatte.
Für die partizipative Budgeterstellung wurden Elemente direkter und repräsentativer Demokratie auf folgende Weise kombiniert:
Erfahrungen und Grenzen des Partizipativen Budgets von Porto Alegre
Durch diese innovative Art der Budgeterstellung wurde für BürgerInnen ein verstärkter materieller Anreiz geschaffen sich politisch zu engagieren und organisieren. Durch ihre Miteinbeziehung konnten sich BürgerInnen für die finanzielle Umsetzung von bestimmten Projekten einsetzen. Ein positiver Effekt war die vergleichsweise hohe Beteiligung von Frauen und ethnischen Minderheiten. Es konnte auch eine umverteilende Wirkung erreicht werden, sodass arme Stadtteile einen höheren Beitrag an öffentlichen Investitionen pro Person erreichen konnten. Durch kleinteilige, der lokalen Struktur und den Bedürfnissen der Bevölkerung angepasste Projekte wurde der Entwicklungsstand im Vergleich zu anderen brasilianischen Großstädten deutlich gehoben.
Die Grenzen von Partizipativen Budgets sind in den wirtschaftspolitischen Einflussmöglichkeiten der lokalen Ebene zu sehen. Die BewohnerInnen von Armensiedlungen profitierten durch die Verbesserungen in ihrem Wohnumfeld; eine unmittelbare Verbesserung ihrer Erwerbschancen wurde allerdings nicht erreicht.
Das Partizipative Budget Porto Alegres zeigt, dass eine „andere Welt“ möglich und eine andere Politik praktizierbar ist.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:
>> The Experience of the Participative Budget in Porto Alegre Brazil
Hier finden Sie weiterführende Informationen als Download:
>> Porto Alegre - Results achieved in 15 years of Participatory
Budgeting (1989-2003)