>> future.scapes Beispiel einer ForschungsBildungsKooperation (aus umwelt & bildung 2/2007)

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Forschungsprojekten ist meist projektbezogen. Das österreichische Wissenschaftsministerium hat dafür das Instrument der ForschungsBildungsKooperation (FBK) entwickelt.
Die Fähigkeit Lernprozesse selbst zu gestalten und Eigenverantwortung für ihre inhaltliche Ausrichtung und Effizienz zu übernehmen, entwickelt sich immer mehr zur Kernkompetenz der modernen Wissensgesellschaft. Dem Aufbau dieser Kompetenz muss deshalb in der Bildung von Beginn an eine Schlüsselrolle zukommen.
Forschungsgeleitetes Lernen ist keineswegs nur die Identifizierung und Frühförderung besonders begabter Kinder. Es ist ein Unterrichtsgrundsatz, der die Lernmotivation und Lernleistung auf breitester Basis steigert und der lernschwächere Kinder sowie Kinder aus bildungsfernen Milieus in besonderem Maße fördert.
Die beteiligten WissenschafterInnen erhalten durch die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen die Möglichkeit, sich in einem Bereich weiterzubilden, der gerade für die Nachhaltigkeitsforschung besonders wichtig ist. Sie bekommen Einblick in die problembezogenen Sichtweisen und Werthaltungen junger Menschen und können gemeinsam mit diesen über unterschiedliche Aspekte der Lebensqualität und über entsprechende Handlungsprioritäten nachdenken. Die Ergebnisse dieser Reflexionen fließen inhaltlich in den Forschungsprozess ein, und die WissenschafterInnen erweitern durch die FBK auch ihr Wissen darüber, wie das Bildungssystem als zentraler Adressat für die Verbreitung ihrer Ergebnisse funktioniert. (Quelle: www.nostres.at)
Im Juni 2002 fand in Tübingen die erste Kinderuniversität statt. Seitdem organisiert fast jede deutschsprachige Universität eine Kinderuni, so auch die Unis in Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz oder Linz. Als „Kinderuni“ öffnen die Universitäten für einige Tage oder Abende ihre Tore nur für Kinder. Die ProfessorInnen bemühen sich, wesentliche oder besonders interessante Fragen aus ihrem Fachgebiet so aufzubereiten, dass jedes Kind sie verstehen kann. (Quelle: www.kinderunisteyr.at)
Kinderunis umfassen Vorlesungen, Workshops, Seminare, Exkursionen sowie Sponsionsfeiern und ermöglichen so Kindern und Jugendlichen, Uni-Atmosphäre zu erleben. Die Konzepte der Kinderuniversitäten von Wien, Krems oder Steyr sehen einige zusammenhängende Tage in den Ferien vor, während in Innsbruck und Linz spezielle Veranstaltungen für Kinder parallel zum Semesterbetrieb angeboten werden.
Im Wiener Kindermuseum ZOOM finden mit dem Ziel der Vermittlung von Wissenschaft an Kinder von 8 bis 12 Jahren die Wiener Kindervorlesungen statt. Dort erzählen bekannte WissenschaftlerInnen Aktuelles und Spannendes aus ihren Forschungen.
>> Sparkling Science - Programm des österreichischen Wissenschaftsministeriums zur Kooperation von Wissenschaft und Schulen
>> NOSTRES - Strategie- und Koordinationsprojekt, das die ForschungsBildungsKooperation im Rahmen des Forschungsprogramms proVISION fördert
>> Form it: Take part in Research! EU-Projekt, das Erfahrungen von Kooperationen der Forschung mit Bildungsinstitutionen auswertet
>> Institut für angewandte Umweltbildung
>> Österreichisches Institut für Jugendforschung (ÖIJ)
>> teens_open_space - Verfahren zur Jugendbeteiligung in der Freiraumplanung, beruhend auf einem Forschungsprojekt
Die Fragen eines Kindes sind schwerer zu beantworten als die Fragen eines Wissenschaftlers.