
Armut ist in vielen Fällen weiblich. Obwohl in vielen Ländern Frauen für die Versorgung der Familie und Erziehung der Kinder hart arbeiten, sind sie dennoch stärker als Männer von politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ausgrenzung und Unterdrückung betroffen. Aus diesem Grund ist es ein Anliegen der EZA, Genderfragen gezielt zu thematisieren und über Frauenförderung hinausgehende gleichstellende Maßnahmen zu setzen. Nur die gleichberechtigte Behandlung von Frauen gewährleistet „echte“ Partizipation und eine partnerschaftliche Beziehung.
Die Gleichstellung der Geschlechter als wesentliche Voraussetzung für die Überwindung von Armut wird von allen Entwicklungsorganisationen aktiv praktiziert. Im Mittelpunkt der Arbeit der österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit (OEZA) stehen:
- bessere Bildung, Gesundheitsversorgung und sichere Ernährung für Frauen und Mädchen
- die rechtliche Gleichstellung sowie wirtschaftliche und politische Stärkung von Frauen
- ein fairer Zugang zu Ressourcen wie Land, Wasser, Einkommen, Energie oder Kapital
- und die Verhinderung von Gewalt an Frauen und Mädchen
Es geht dabei nicht nur um die konkrete Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen, sondern auch um ihre Position im gesamtgesellschaftlichen Kontext. Frauen und Männer sollen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen von Entwicklungsprojekten haben und diese gleichberechtigt mitgestalten können.
Gender ist auch integraler Bestandteil der UN Millennium Development Goals. Das Ziel 3 der Millenniumsentwicklungsziele sieht vor, die Gleichstellung der Geschlechter und die politische, wirtschaftliche und soziale Beteiligung von Frauen zu fördern, besonders im Bereich der Ausbildung. Die UN betrachtet die gesellschaftliche Stärkung von Frauen (Empowerment) als effektiven und unerlässlichen Pfeiler der Armutsreduzierung.