>> Techpol 2.0: Awareness – Partizipation – Legitimität Vorschläge zur partizipativen Gestaltung der österreichischen Technologiepolitik, Endbericht der ÖAW, September 2006
>> Armin Grunwald (ITAS): Partizipative Technikfolgenabschätzung – wohin?

Partizipative Technikfolgenabschätzung (PTA) wird meist als Ergänzung von ExpertInnen-TA gesehen, bei der BürgerInnen eine zusätzliche Perspektive einbringen. PTA wird in Europa seit Mitte der 1980er Jahre angewendet. Ziel ist, durch partizipative oder interaktive Prozesse gemeinsam Lösungen zu erarbeiten oder einen Dialog anzuregen; der Fokus liegt auf sozialer Akzeptanz und Akzeptabilität.
Die Prozesse bringen für EntscheidungsträgerInnen den Vorteil des Wissensgewinns; Handlungsoptionen werden erarbeitet, Diskussionsforen zum gegenseitigen Austausch und Lernen stehen zur Verfügung. Ein Dialog zwischen PolitikerInnen, ExpertInnen, Stakeholdern und BürgerInnen wird ermöglicht. Partizipative TA zielt nicht auf Konsens oder Mehrheitsbeschluss, sondern auf eine Entscheidung, die ihre Legitimität auf Verhandlung und Diskussion zurückführt.
Der Endbericht eines von der EU geförderten international vergleichenden Forschungsprojekts „Participatory TA“, der EUROPTA-Report, unterscheidet in Abhängigkeit von der Rolle, die BürgerInnen, Stakeholder und ExpertInnen spielen, zwei Arten von partizipativer TA:
Aus Sicht der Technologie- und Innovationspolitik kann die Beteiligung von BürgerInnen bzw. ihren StellvertreterInnen an gesellschaftlich relevanten Themen der Forschung mittels Methoden und Instrumenten der TA dazu beitragen, einen Dialog über Innovation, Forschung und Technologieentwicklung zu initiieren. Als Folgen davon können Wissen und Innovation für die Öffentlichkeit leichter zugänglich werden, z. B. dadurch dass im Zuge des Verfahrens fachsprachlich formulierte Aussagen und Erkenntnisse in die Alltagssprache übersetzt werden.
Vorteile von Partizipation als Input von TA werden auch darin gesehen, dass ExpertInnen implizite Werturteile offen legen müssen. Abstrakte „Argumente“ der WissenschafterInnen werden anhand der Wirklichkeitswahrnehmung der BürgerInnen getestet. Partizipation in der TA soll auch zur Überwindung des Glaubwürdigkeitsdefizits von Politik und Wissenschaft beitragen. Die Empfehlung durch Laien und Lainnen kann die Akzeptanz von Öffentlichkeit und Medien heben, kann das Blockadepotential senken und die formal-legistische Umsetzung erleichtern und eine Befolgung ohne Zwang wahrscheinlicher machen. (Quelle: Gunther Tichy, TA und Politik, Einfluss durch die Hintertür)
>> Techpol 2.0: Awareness – Partizipation – Legitimität Vorschläge zur partizipativen Gestaltung der österreichischen Technologiepolitik, Endbericht der ÖAW, September 2006
>> Armin Grunwald (ITAS): Partizipative Technikfolgenabschätzung – wohin?
>> Funktionen partizipatorischer TA, Projekt des ITAS
While technology shapes the future, it is people who shape technology, and decide what it can and should be used for.