In der TA geht es darum, neues Wissen zu erhalten bzw. Wissen für bestimmte Fragestellungen zu sammeln und zu integrieren. Die genaue Klärung der Problemstellung, die Eingrenzung des Gegenstands und die Festlegung des methodischen Zuschnitts sind von zentraler Bedeutung, damit Technikfolgenabschätzung nicht Antworten auf nicht gestellte Fragen gibt. TA-Studien werden oft nach folgendem Ablaufschema durchgeführt:
- Problemdefinition
- Beschreibung der Technologie
- Voraussage der zukünftigen Technologieentwicklung
- Beschreibung der Gesellschaft bzw. der Betroffenen
- Voraussage sozialer Entwicklungen
- Identifikation, Analyse und Bewertungen von Folgen
- Analyse politischer Handlungsoptionen
- allgemeinverständliche Vermittlung der Resultate
Quelle: Website des ITA
In verschiedenen Stufen des Verfahrens werden verschiedene Methoden angewandt, die dazu dienen
- Kreativität zu mobilisieren,
- ExpertInnenwissen heranzuziehen (Interviewverfahren, Delphi-Verfahren),
- Systemverständnis zu erlangen (Risikoanalyse, Stoffstromanalyse, Ökobilanzierung, Input/Output-Analysen u. a.)
- Zukunftswissen zu gewinnen (Trendextrapolation, Modellierung und Simulation, Szenariotechnik)
- die Argumentationslage zu festigen und zu bewerten (Diskursanalyse und -rekonstruktion, Wertbaumanalyse)
Die Methoden müssen dem jeweiligen Untersuchungsthema angepasst werden.
Im Rahmen des Projekts „TECHPOL 2.0: Awareness – Partizipation – Legitimität“ lotete das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften die Potenziale für die Durchführung partizipativer Verfahren im Rahmen der österreichischen Technologiepolitik aus. Unter den Begriff „partizipative TA-Verfahren“ wurden jene Methoden und Verfahrensformen gefasst, die „auf eine Beteiligung von Laien und/oder InteressenvertreterInnen an Prozessen der Abschätzung und Bewertung von Technikfolgen abzielen“ (Quelle: Projektbericht, siehe Downloads).
Partizipation in der Technikbewertung erschöpft sich nicht in der Anwendung eines bestimmten Instruments, wie z. B. des dänischen Erfolgsmodells der Konsensuskonferenz (Verlinken zur Seite 5). Das ITA hat einen Praxisleitfaden des flämischen TA-Instituts viWTA und der König-Baudouin-Stiftung aus dem Jahr 2003 ins Deutsche übersetzt. Dieser methodologische Leitfaden setzt sich zusammen aus:
- einer Liste verschiedenster Methoden, die als Analysetechniken, Moderationstechniken und Methoden im eigentlichen Sinn klassifiziert wurden
- einer kurzen Beschreibung aller Techniken und Methoden
- der detaillierten Beschreibung von 13 Methoden (21st Century Town Meeting, Charrette, Citizens’ Jury, Konsensuskonferenz, Deliberative Polling®, Delphi-Verfahren, ExpertInnenpanel, Fokusgruppe, PAME, Planungszelle, Szenario-Verfahren. Technologiefestival, World Café)