>> Danish participatory models
>> Future Search & Assessment - Energie und EndverbraucherInnen, Endbericht

Konsensus-Konferenzen sind ein Instrument zur Bewertung gesellschaftlich kontroverser Themen, vorzugsweise aus dem Umfeld von Wissenschaft und Forschung, durch eine Gruppe von Lainnen und Laien. Am Ende des Prozesses legen diese der Politik eine Stellungnahme vor, die als eine Entscheidungsgrundlage unter anderen dienen soll. The Danish Board of Technology, eine Pionierin im Bereich Partizipation und TA, organisierte eine Reihe von Konsensuskonferenzen beispielsweise im Rahmen der Einführung kritischer Technologien, die hochrangig als Basis für politische Entscheidungen diskutiert wurden. KritikerInnen bemängeln, dass Konsensuskonferenzen aufgrund der zufälligen und ausgewählten Zusammensetzung der RepräsentantInnen nicht immer zielführend sind.
In Österreich wurden bislang zwei Konsensus-Konferenzen zu folgenden Themen durchgeführt:
Ausgangspunkt dieses Projekts des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften war das Forschungsprogramm „Energie der Zukunft“, mit dem der Umbau des Energiesystems in Richtung Nachhaltigkeit unterstützt werden soll. Im Herbst 2007 diskutierten 36 BürgerInnen aus ganz Österreich zwei Tage lang ausgewählte Themen dieses Forschungsprogramms. Sieben ExpertInnen berieten die BürgerInnen fachlich; sieben ModeratorInnen unterstützten sie. In einem Diskussions- und Aushandlungsprozess, der teils im Plenum, größtenteils jedoch in parallelen Kleingruppen mit wechselnden TeilnehmerInnen stattfand, wurde zunächst ein Leitbild für die Energieforschung erarbeitet.
In ihrem Leitbild bewerteten die BürgerInnen das Setzen von Maßnahmen gegen Klimawandel und die Förderung eines sozial- und umweltfreundlichen Konsums am höchsten. Weitere zentrale Elemente waren die Steigerung der Energieeffizienz, der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energieträger und die Kostenwahrheit im Umweltbereich. Wichtig erschien ihnen weiters die Berücksichtigung von Aspekten sozialer Gerechtigkeit.
In einem zweiten Schritt wurden fünf konkrete F&E-Vorhaben – Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung, neue Systemlösungen und Vermeidungsstrategien, innovative Leasing- und Contracting-Modelle, Visualisierung und Monitoring des Energieverbrauchs, so genannte intelligente Stromzähler und die IRON-Box Technologie – bewertet und Empfehlungen für die Energieforschung abgeleitet. Die Ergebnisse wurden am dritten Tag im Rahmen einer Tagung zur Energieforschung im Beisein von Politik und Verwaltung einem Fachpublikum vorgestellt. Im Anschluss an die Veranstaltung fand mit dreimonatigem Abstand eine Nachbefragung statt.
Die Empfehlungen der BürgerInnen reichen von der Forderung nach größtmöglicher Autonomie der EndverbraucherInnen und nach einem Contracting-Gütesiegel, über den Wunsch nach Förderung insbesondere jener Technologien, die regionale Ressourcen nutzen, bis zum nachdrücklichen Hinweis, dass der Schutz der Privatsphäre bei intelligenten Stromzählern essentiell sei. Die TeilnehmerInnen einschließlich der ExpertInnen und ModeratorInnen bewerteten den gesamten Prozess sowohl unmittelbar nach der Veranstaltung als auch mit größerem zeitlichem Abstand als sehr gelungen und positiv. Sie haben viel Neues erfahren und die Veranstaltung dürfte in vielfältiger Weise in den Alltag der TeilnehmerInnen hineingewirkt und über zahlreiche Gespräche auch einen größeren Personenkreis erreicht haben.
Quelle: Endbericht des ITA zu FSA
Voraussetzung für Technikakzeptanz ist, dass Wissenschaft und Wirtschaft die Ziele und Möglichkeiten ihres Handelns transparent machen.
>> Case studies of the EUROPTA-Projekt
>> The consensus conference as a method (The Danish Board of Technology)
>> „Mitreden, aber richtig“ Artikel über das Future Search Assessment „Energie und EndverbraucherInnen“ (Ulrike Bechtold und Michael Ornetzeder)
>> Meeting of Minds, European Citizens’ Deliberation on Brain Science
>> World Wide Views On Global Warming (ein Projekt des Danish Board of Technology)
>> Bericht des Danish Board of Technology über die Konsensuskonferenz „Shush! Stop that noise!”