„Keine Nachhaltigkeit ohne Partizipation, keine Partizipation ohne Nachhaltigkeit“, ließe sich pointiert formulieren. Doch wie sieht das Verhältnis beider in der politischen Praxis aus? Warum braucht Nachhaltigkeit Partizipation? Und ist die Verbindung in der Tat eine zwingende? Diesen Fragen gehen die Beiträge des vorliegenden Bandes nach. Anders als die selbstorganisierten Bürgerbewegungen der 1960/70er-Jahre, die von einem starken Emanzipationscharakter geprägt waren, wird Bürgerbeteiligung im Kontext von Nachhaltigkeits- und Umweltpolitiken seit den 1990er-Jahren vor allem instrumentell argumentiert, also in der Erwartung auf mehr Legitimität und Effektivität umweltpolitischer Maßnahmen, so eine zentrale These vieler Beiträge. Das Ziel liegt in der Verringerung der Transaktionskosten. Starkes Gewicht wird auf die Entwicklung einer „Partizipations- und Kooperationskultur“ gelegt, die „Prozesse sozialen Lernens durch Kommunikationsgelegenheiten“ stimuliert. Das „Leistungsprofil“ von Partizipation wird insbsondere in „Soft power“ ausgemacht.
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