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„Die Demokratie kann nur dann gedeihen, wenn die Masse der normalen Bürger wirklich die Gelegenheit hat, sich durch Diskussionen und im Rahmen unabhängiger Organisationen aktiv an der Gestaltung des öffentlichen Lebens zu beteiligen – und wenn sie diese Gelegenheiten auch aktiv nutzt.“ Damit beschreibt der britische Politikwissenschaftler Colin Crouch den Humus von Demokratie, um gleich hinzuzufügen, dass es um diesen nicht allzu gut bestellt ist. Der Wissenschaftler an der University of Warwick spricht von einer parabelförmigen Entwicklung: Die Ausbreitung der Demokratie insbesondere in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts habe den „normalen Menschen auf der politischen Bühne“ Gehör verschafft und zu bedeutenden sozialen Errungenschaften geführt. Wenn nun der Einfluss privilegierter Eliten, ein Merkmal vordemokratischer Zeiten, wieder überhandnehme, dann verfalle die Demokratie mit egalitärem Anspruch. Der Zenit der Parabel wird überschritten. Crouch nennt den Zustand, auf den wir nun zusteuerten, daher „Postdemokratie“. Nur eine Wiederbelebung des Politischen gegenüber dem Druck von Wirtschaftslobbys sowie die Stärkung partizipatorischer Elemente könnten dem Verfall der Demokratie entgegenwirken, ist der Politikwissenschaftler überzeugt. Ein Beispiel für letzteres wären für ihn Bürgerversammlungen, in denen BürgerInnen fallweise – analog von Geschworenengerichten – die Möglichkeit haben, vom Parlament vorgelegte Gesetze zu beschließen oder auch zu verwerfen.
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