von Susanne Muhar, Gabriele Pohl und Sabine Preis, Universität für Bodenkultur Wien


Wichtige Erfahrungen mit Öffentlichkeitsbeteiligung im Gewässermanagement konnten im Rahmen des Projektes „Nachhaltige Entwicklung der Kamptal-Flusslandschaft“ gemacht werden. Nach extremen Hochwasserereignissen im Kamptal im Jahr 2002 bestand seitens des Landes Niederösterreich besonderer Bedarf, den Prozess der Schadensbehebung, aber auch der Planung der zukünftigen Talraumentwicklung und insbesondere nachhaltiger Hochwasserschutzmaßnahmen mit der Bevölkerung zu kommunizieren und Prozesse transparent zu machen.
Hintergrund dafür ist das Wissen, dass
- Planungsprozesse nur unter Einbeziehung der Betroffenen vor Ort die lokalen Probleme identifizieren und lösen können;
- Bürgerbeteiligung die Akzeptanz für erforderliche, eventuell auch "unpopuläre" Maßnahmen fördert; und
- Partizipation somit eine zentrale Rolle im Rahmen einer nachhaltigen Gestaltung des Lebens- und Wirtschaftsraumes der Menschen darstellt.
Auch die EU-Wasserrahmenrichtlinie greift diese Planungsphilosophie auf und macht unmissverständlich klar, dass die breite Öffentlichkeit in die Planungen einzubeziehen ist.

Voraussetzungen für das Gelingen eines BürgerInnenbeteiligungsprozesses sind
- eine rechtzeitige und vertiefte Informations- und Bewusstseinsbildung der Bevölkerung,
- die möglichst frühzeitige Erhebung der Interessen, Ziele und Wünsche, aber auch Sorgen der Bevölkerung (BürgerInnen-Leitbild / partizipatives Leitbild)
- eine gezielte, moderierte Beteiligung der BürgerInnen an den Planungsprozessen.
Diesen Grundsätzen folgt die Studie Nachhaltige Entwicklung der Kamptal-Flusslandschaft. Im Zentrum steht die aktive Beteiligung der interessierten KamptalerInnen und damit die Möglichkeit, auf den Prozess und die Ergebnisse Einfluss zu nehmen.
Die BürgerInnenbeteiligung sollte von Beginn des Projektes an erfolgen und sämtliche Projektphasen begleiten. Die aktive „BürgerInnenbeteiligung Kamptal“ erfolgte in Form von moderierten Workshops, die vom Projektteam und den Behörden fachlich begleitet wurden. Dabei wurden die Ideen und Wünsche der KamptalerInnen aufgegriffen und zu einem eigenen BürgerInnen-Leitbild entwickelt, das mit den fachlichen Leitbildern zu einem gemeinsamen, übergeordneten Leitbild für das Kamptal zusammengefügt wurde. Parallel dazu erfolgte – als Grundlage jeder Beteiligung – die kontinuierliche Information der Öffentlichkeit über Medien, Informationsveranstaltungen und über eine Projekt-Website.
Detailinformationen zu den Zielen der Bürgerbeteiligung in allen Projektphasen, den Arten der Einbindung und generelle Ergebnisse bietet die Projektwebsite.
Die Beteiligung der BürgerInnen kann dann als erfolgreich bezeichnet werden, wenn es durch den Beteiligungsprozess gelungen ist "die Gruppe der Betroffenen" zur "Gemeinschaft der Mitwirkenden" zu machen.
Projekt "Auenkonzept Nord" ( Buchner & Kleczkowsky)