Der Verkehrssektor ist das Sorgenkind No. 1 beim Klimaschutz. Mit fast 30 % ist der Verkehr in Österreich der größte CO2-Verursacher (Lebensministerium.at). In den letzten 20 Jahren sind die CO2-Emissionen um rund 50 % gestiegen. Tendenz: stark steigend. Zu einem Großteil ist dafür der motorisierte Individualverkehr verantwortlich. Nicht weniger belastend sind Flugreisen. Die Organisation Atmosfair berechnet anhand eines Emissionsrechners den CO2-Ausstoß bei Flugreisen.
* Emissionen des ganzen Flugzeugs geteilt durch die Anzahl der Passagiere an Bord. Flugzeugabgase bestehen nicht nur aus CO2. Die verschiedenen Emissionen sind hier umgerechnet auf die derzeitige Erwärmungswirkung der entsprechenden Menge an CO2-Emissionen (www.atmosfair.de).
Nachhaltiger Verkehr
Als nachhaltigen Verkehr kann man einen ressourcen- und umweltfreundlichen Verkehr verstehen, zB. den öffentlichen Verkehr oder den Rad- und Fußverkehr.
- Rad- und Fußverkehr sind die nachhaltigsten Arten der Mobilität. Über die Hälfte aller Wege der ÖsterreicherInnen sind Autowege, wobei ein Großteil der dabei zurückgelegten Strecken weniger als drei Kilometern beträgt, die leicht zu Fuß oder mit dem Rad bewältigt werden könnte. Das Potenzial zum Radfahren und zu Fuß gehen ist groß und eindeutig die beste Alternative, sich klimafreundlich und gesund fortzubewegen.
- Öffentlicher Verkehr: Angesichts der verschiedenen Problemfelder, die das wachsende Verkehrsaufkommen bedingen, sind der Ausbau und das Umsteigen auf den Öffentlichen Verkehr eine unverzichtbare Maßnahme für den Klimaschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität.
- Mitfahrgelegenheiten und Car-Sharing bieten eine gute Alternative, den motorisierten Individualverkehr besser auszulasten und damit den Verkehr zu reduzieren. Mitfahrgelegenheiten und Pendlerbörsen auf Internetplattformen ermöglichen die Vernetzung von AutofahrerInnen mit Personen, die zur gleichen Zeit dieselbe Strecke zurücklegen wollen. Als Gegenleistung zahlen die MitfahrerInnen den FahrerInnen ein Spritgeld. Auf diese Weise sind die Pkws besser ausgelastet, was zu einer Reduzierung des Gesamtverkehraufkommens beiträgt. Car-Sharing, d.h. der kostengünstige Verleih von Pkws und Kleintransportern an Mitglieder des Car-Sharings-Unternehmens, wird in erster Linie in Städten angeboten. Insbesondere Personen, die nur gelegentlich ein Auto benötigen profitieren von diesem Angebot: Statt sich einen eigenen Pkw anschaffen zu müssen, reicht eine Mitgliedschaft im Car-Sharing Unternehmen. Je nach Bedarf können unterschiedliche Fahrzeuge ausgeliehen werden. Car-Sharing wird in einigen Fällen auch von privaten Initiativen und Wohnprojekten betrieben.
Initiativen in Österreich
- klima:aktiv mobil: Mit dem Programm fördert das Lebensministerium die Einführung und Umsetzung eines Mobilitätsmanagements für eine klimaverträgliche Mobilität in Betrieben, der öffentlichen Verwaltung, im Bereich des Bauens und Wohnens, bei Schulen und Jugend, in Städten, Gemeinden und Regionen sowie in Freizeit und Tourismus. Nähere Informationen
- klima:aktiv mobil Aktions- und Beratungsprogramm „Mobilitätsmanagement für Schulen und Jugend“ Gemeinsam mit Schulen und Jugendlichen werden mittels Information, Vernetzung, Moderation und Beratung Maßnahmen gefunden und umgesetzt, um gemeinsam mit den betroffenen AkteurInnen (Kinder/Jugendlichen) dem motorisierten Individualverkehr umwelt- und kinderfreundliche bzw. jugendgerechte Alternativen entgegenzustellen. Nähere Informationen
- Verkehrspargemeinden: Ein Modellprojekt ist „Verkehrsparen Wienerwald“, das zwischen 2002-2006 durchgeführt wurde und auf eine freiwillige Reduktion des motorisierten Individualverkehrs in der gesamten Region abzielte. Verkehrspar-Aktionen basierten primär auf bewusstseinsbildenden Maßnahmen und und wurden direkt in den beteiligten Gemeinden durchgeführt. Alle Aktionen waren „Dialog-Aktionen“ bei denen die BürgerInnen Kommentare, Vorschläge, Ideen einbringen konnten. Nähere Informationen
- Radverkehrspolitik in "Transdanubien": Engagierte BürgerInnen haben sich in den Wiener Bezirken Floridsdorf und Donaustadt zum Ziel gesetzt, die Radsituation in ihren Bezirken zu verbessern. Erklärtes Ziel dabei: das Radfahren als Alternative zum Auto zu propagieren, Radfahranlagen sicherer zu gestalten und das Miteinander der verschiedenen VerkehrsteilnehmerInnen zu fördern. Neben Radwegechecks, organisierten Radtouren und Informationstätigkeiten wurde die innovative Idee einer Radgarderobe entwickelt – bei großen kulturellen Veranstaltungen können die BesucherInnen mit dem Fahrrad anreisen und es – ähnlich eines Mantels im Theater - an einem sicheren Ort zur Aufbewahrung abgeben. Nähere Informationen
- Grünplan 23: Die Agenda-Gruppe des 23. Wiener Bezirkes arbeitete eifrig an einem Radwegeplan für den westlichen Teil von Liesing. Durch gemeinsame Befahrungen des Bezirks von BürgerInnen erhob die Gruppe vorhandene Entwicklungspotenziale und fasste diese in einem Konzept zusammen. Nähere Informationen
- Der Masterplan Radfahren ist die durch das österreichische Lebensministerium initiierte Strategie zur Förderung des Radverkehrs in Österreich. Neben der Senkung der Feinstaubbelastung und des Straßenverkehrs geht es um die Verringerung der Stickoxide und der Treibhausgasen in Höhe von 100.000 bis 270.000 Tonnen jährlich. Bei der Erstellung des Masterplans waren PraktikerInnen und ExpertInnen aus Landesregierungen, Städten, sowie aus Verkehrsunternehmen und NGOs aus ganz Österreich eingebunden. Der Entwurf wurde im Zuge eines Konsultationsverfahrens Ministerien, Ländern, Kommunen, Interessensvertretungen und NGOs zur Begutachtung vorgelegt. Ziele des Masterplanes sind neben dem Klimaschutz, die Reduktion von Luftschadstoffen, die Verringerung der Belastung durch Straßenlärm sowie eine positive Gesundheitswirkung. Nähere Informationen
- Sanfte Mobilität - Autofreier Tourismus: Das Modellvorhaben des Lebensministeriums zielt auf einen Beitrag Österreichs zur Umsetzung von umwelt- und tourismuspolitischen sowie verkehrs- und technologiepolitischen Zielsetzungen ab, insbesondere in sensiblen Gebieten wie dem Alpenraum. Aus dem 1998 entstandenen Modell sind eine Reihe von stark partizipativ geprägten Folgeaktivitäten entstanden, z. B. „Alps Mobility II-Alpine Pearls“, „Alpine Awareness“ und „MobilAlp“. Die österreichischen Gemeinden der "Alpine Pearls" sind Werfenweng, Neukirchen am Großvenediger und Hinterstoder, in denen partizipativ Angebote für einen "sanft-mobilen Tourismus" entwickelt wurden. Nähere Informationen
- Solare Mobilität: EUROSOLAR ist eine gemeinnützige europäische Sonnenenergie-Vereinigung mit dem Ziel, atomare und fossile Energie vollständig durch Erneuerbare Energie zu ersetzen. Der Verein bietet eine Möglichkeit für alle, durch persönliche Teilhabe am Entstehen einer soziokulturellen Bewegung für die Sonnenenergie mitzuwirken. Nähere Informationen
Weitere Texte, Informationen, Links, Downloads zu Partizipation im Bereich Mobilität und Verkehr sind auf den entsprechenden Themenseiten zu finden.