
Sowohl im internationalen als auch im nationalen Kontext wurden in den letzten Jahren vielfältige Klimaschutzinitiativen initiiert. Best Practice Beispiele zeigen auf anschauliche Weise, wie Klimaschutzmaßnahmen implementiert werden können.
- Klimabündnis: Das Klimabündnis ist Europas größtes Städtenetzwerk zum Erhalt des globalen Klimas. Langfristiges Ziel der Klimabündnis-Städte und Gemeinden ist eine kontinuierliche Verminderung ihrer Treibhausgas-Emissionen (alle 5 Jahre um 10 %), v. a. durch Energiesparen, Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien. Diese Ziele zu erreichen erfordert das Zusammenwirken aller Entscheidungsebenen (Europäische Union, Nationalstaat, Regionen, Gemeinde). Konkrete Maßnahmen werden mit Unterstützung und Mitarbeit von BürgerInnen durchgeführt. Mitglieder: Gemeinden, Betriebe, Schulen und Kindergärten, Projekte: zB >> Mobilitätswoche/Autofreier Tag
- klima:aktiv: klima:aktiv ist eine von 2004-2012 dauernde Initiative des österreichischen Lebensministeriums für aktiven Klimaschutz. Ziel der klima:aktiv Programme ist die rasche und breite Markteinführung klimafreundlicher Technologien und Dienstleistungen. Zwei Beispielprogramme sind:
o klima:aktiv vor ort versucht verstärktes Engagement der lokalen Ebene über die intensive Einbindung der Gemeinden zu sichern.
o klima:aktiv mobil umfasst Beratungs-, Förderungs- und Bewusstseinsbildungs-programme zur Entwicklung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr sowie >> Mobilitätsmanagement für Betriebe
- Klimaschutzgemeinden: Das österreichische Lebensministerium, der Gemeindebund und die Verbundgesellschaft schreiben regelmäßig Wettbewerbe aus, in denen österreichische Gemeinden Klimaschutzprojekte einreichen können. Die Klimaschutzgemeinden 2008 sind Munderfing, Großschönau und Güssing. Die Projekte dieser Siegergemeinden reichen von der Entwicklung eines lokalen Energiekonzeptes über die Möglichkeit des Probewohnens in Passivhäusern hin zu einer dezentralen, lokalen Energieerzeugung durch regenerative Energien. Die Klimaschutzgemeinden sollen Vorbildwirkung für andere Gemeinden haben, damit Klimaschutzmaßnahmen auf breiter Ebene implementiert werden.
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>> Informationen zum Wettbewerb 2009
- Verkehrspargemeinden: Die Aktion des Landes Niederösterreich zielt darauf ab, die BürgerInnen von Gemeinden in einer Region durch ein ganzes Bündel bewusstseinsbildender Maßnahmen zu motivieren, das Auto stehen zu lassen. Neben den "Verkehrspar-Säulen" Radfahren, Zu-Fuß-Gehen, öffentlicher Verkehr sowie betriebliches und schulisches Verkehrsparen geht es auch um die Pendlerproblematik und die Belebung der lokalen Wirtschaft. Erste Verkehrspargemeinde wurde Langenlois (1999-2002), zweite die Wienerwald-Gemeinden (2003-2006). >> Weitere Informationen
Zwei Best Practice Beispiele aus Übersee
Australien: Energymark: changing Australians’ behaviours through kitchen table discussions
Die Kluft zwischen Bewusstsein um und Handeln für Klimaschutz ist groß. Auf diese Problematik fokussiert die australische „Energymark“ Initiative. In kommunalen Netzwerken wird in einer geschützten Atmosphäre in sogenannten „kitchen talks“ über die Rolle jedes Einzelnen zum Klimaschutz diskutiert. Ein freiwilliger „convenor“ organisiert mit FreundInnen der Beteiligten weitere Meetings. So wird die Diskussion über mehrere Monate fortgesetzt. In Fragebögen werden Verhalten, Wissen und soziale Netzwerke erkundet. Das Ziel ist die Identifizierung von Treibern, Barrieren und Herausforderungen für persönliche Verhaltensänderung und schlussendlich eine Verhaltensänderung in großem Umfang. Die Methode wird mittlerweile in ganz Australien umgesetzt. Die Messung der Reduktion des Fußabdrucks zeigt beeindruckende Ergebnisse.
>> Details über die Methode und das Projekt
>> Energymark: changing Australians’ behaviours through kitchen table discussions (pdf, 315 KB)
Japan: For better understanding people's understandings of climate change issues and motivation for taking actions
In diesem Projekt wird untersucht, wie Menschen Klimawandel wahrnehmen und was ihre Motivation für aktives Handeln ist. In einem groß angelegten partizipativen Prozess wurden zwischen 2006 und 2008 landesweite Umfragen und Fokusgruppeninterviews durchgeführt, bei denen in zwei bis drei Stunden ein Problemaufriss und ein Fachinput gegeben wurde, um schließlich persönliche Handlungsoptionen zu diskutieren. Der Zufriedenheitsgrad der TeilnehmerInnen stieg während der Veranstaltung deutlich. Das Bewusstsein und Verständnis für Klimawandel stieg durch das Projekt und BürgerInnen konnten zu aktivem Handeln animiert werden.
>> Japan: For better understanding people's understandings of climate change issues and motivation for taking actions (pdf, 313 KB)