Gebäude dienen vielfältigen Zwecken, u.a. Wohnen, Arbeiten, Bildung, Freizeitgestaltung. Unterschiedlichen Bedürfnisse der NutzerInnen, die an die gebaute Umgebung gestellt werden, können dann am besten erfüllt werden, wenn bei Planung und Errichtung die Anforderungen der NutzerInnen bekannt sind und in die Gestaltung einfließen können. In modernen westlichen Gesellschaften verbringen Menschen einen Großteil ihres Lebens in Gebäuden. Umso wesentlicher scheint daher die Forderung, NutzerInnen – in der weiteren Darstellung des Themas auf partizipation.at insbesondere BewohnerInnen – in die Planung und Errichtung von Gebäuden bestmöglich einzubeziehen.
In der Realität steht oft die quantitative Befriedigung des Grundbedürfnisses Wohnen im Vordergrund. Viele Gebäude werden errichtet, ohne dass zukünftige BewohnerInnen bzw. NutzerInnen bekannt sind. Die Möglichkeit der Mitbestimmung beschränkt sich im Wohnungsbau dann oft auf die Wahl von Bodenbelägen, Fliesen oder auf andere Details. Bedingt durch den demografischen und gesellschaftlichen Wandel werden sich die Anforderungen potenzieller BewohnerInnen an ihren Wohn- und Lebensraum zukünftig stark differenzieren, sei es im Hinblick auf Haushaltsformen, Lebensstile oder Wohnkulturen. Eine Möglichkeit, die Bedürfnisse vieler potenzieller NutzerInnen erfüllen zu können, ist, Grundrisse offen und flexibel für eine spätere Umnutzung zu gestalten. Dem kann z. B. dadurch Rechnung getragen werden, dass Wohneinheiten zusammengelegt oder getrennt werden können.
Doch nicht nur NutzerInnen stellen im Lauf ihres Lebens unterschiedliche Ansprüche an Gebäude, auch im Lebenszyklus eines Bauwerks gibt es verschiedene Phasen, in denen NutzerInnen Einfluss auf die Gestaltung des Gebäudes bzw. seines Umfelds nehmen können (in Klammern: Beispiele für Methoden, die in der jeweiligen Phase angewendet werden können):
Zudem gibt es im Baubereich zahlreiche NutzerInnengruppen, die am Planungs- oder Bauprozess beteiligt sind und die oft unterschiedliche Interessen verfolgen, dazu zählen:

Auf den folgenden Unterseiten wird das Thema „Bauen und Öffentlichkeitsbeteiligung“ entlang der Lebenszyklusphasen und auf zwei thematischen Seiten – Wohnprojekte und Baukultur – näher beleuchtet:
>> Beteiligung in der Entwurfs- und Planungsphase
>> Beteiligung in der Nutzungsphase
>> Beteiligung in der Sanierung
>> Öffentlichkeitsbeteiligung – Voraussetzung für Baukultur
Informationen zum Thema Kooperative Wohn- und Lebensformen sind auf einer separaten Seite im Detail behandelt.
>> BUILD UP - energy solutions for better buildings. European web portal for energy efficiency in buildings
>> Let's speak Sustainable Construction - Wiki zu Begriffen des nachhaltigen Bauens, initiiert von European Concrete Platform und Architects Council of Europe
>> Nextroom – Online-Plattform für zeitgenössische Architektur Bauwerke, Akteure, Kalender, Bibliothek, Zeitschriften und Awards
>> Wohnbund – Netzwerk zur Bearbeitung aktueller wohnsoziologischer Themen im Rahmen anwendungsorientierter Forschung, Entwicklung, Beratung und Planung
>> klima:aktiv Bauen und Sanieren – Standards für Neubau und Sanierung: klima:aktiv Kriterienkatalog und Gebäudedatenbank
>> Österreichischer Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit 2010
>> Haus der Zukunft – Forschungs- und Technologieprogramm für nachhaltiges Bauen

Claudia Dankl, Expertin für nachhaltiges Bauen in der ÖGUT
>> BauNetz – Online-Dienst für ArchitektInnen und PlanerInnen
>> Das Mietshäuser Syndikat berät selbstorganisierte Hausprojekte, die sich für das Syndikatsmodell interessierten und beteiligt sich an Projekten, damit diese dem Immobilienmarkt entzogen werden, hilft mit Know-how bei der Projektfinanzierung und initiiert neue Projekte
Fezer, Jesko / Mathias Heyden (Hg.): >> Hier entsteht. Strategien partizipativer Architektur und räumlicher Aneignung. 2004, 256 S.
„Mitbestimmung bringt keine Modelle hervor, sondern Prozesse.“
>> Harald Rohracher, Michael Ornetzeder: Wohnen im ökologischen Haus der Zukunft. Aufbereitung und Darstellung der sozio-ökonomischen, nutzerInnenbezogenen Projekte des Forschungsprogramms "Haus der Zukunft"
>> journal nachhaltigkeit 2008/1: Wie werden wir wohnen? Der Newsletter des Akteursnetzwerk Nachhaltiges Österreich Link zur Downloadmöglichkeit auf nachhaltigkeit.at
>> „menschen.wohnen.nachhaltig“ Tagungsband eines Symposiums des Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen SIR am 28./29.11.2007
>> Mathias Heyden (Hg.): Berlin – Wohnen in eigener Regie! Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, Gemeinschaftsorientierte Strategien für die Mieterstadt, Berlin 2007