Ziel des Dialogs ist es, „etwas Gemeinsames“ oder etwas Neues für eine Gruppe zu schaffen. Es geht nicht um einen Austausch von Meinungen, sondern darum, die Annahmen und Bewertungen zu erkennen, die hinter den Meinungen stehen.
Geeignet
- für Gruppen, die ein gemeinsames Anliegen haben oder finden wollen
- für Gruppen, die eine gemeinsame Aufgabe haben und die Erledigung dieser Aufgabe planen wollen
- als offene Einladung für Personen einer Gemeinde, Region, eines Unternehmens etc.
Ablauf
Die TeilnehmerInnen sitzen in einem Sesselkreis. In der Mitte liegt ein Sprechstab oder „Talking Stick“ (Holzstab oder dicker Filzstift).
Eincheck-Runde:
- Es wird eine Vereinbarung über die Dauer des Dialoges getroffen und eine Person bestimmt, die auf die Zeit achtet.
- Der/die InitiatorIn bringt das Anliegen vor.
Dialog-Runde:
- Wer einen Redebeitrag hat, nimmt den Sprechstab und spricht. Nach Ende des Beitrags wird der Sprechstab zurück in die Mitte gelegt oder zur/zum nächsten SprecherIn, die sich meldet, weitergegeben.
- Der „Talking Stick“ wandert in der Reihenfolge der Meldungen im Kreis.
Auscheck-Runde:
- Sie beginnt 10-20 Minuten vor Ende der vereinbarten Zeit.
- Der Sprechstab geht wieder im Kreis und die TeilnehmerInnen sprechen über ihre Erfahrungen während des Dialogs.
TeilnehmerInnen
„Wer kommt, ist der/die Richtige.“
Zu beachten ist:
- Die Teilnehmenden verpflichten sich, während der gesamten Dauer des Dialogs daran teilzunehmen.
- Alle sind grundsätzlich bereit, ihre eigenen Grundannahmen in Frage zu stellen.
- Der Dialog funktioniert nur, wenn alle TeilnehmerInnen freiwillig anwesend sind.
- Hierarchien und Rolleneigenschaften sind für die Dauer des Dialogs aufgehoben.
- Nur wer den Sprechstab in Händen hält, spricht und darf nicht unterbrochen werden.
- Anfangs ist es sinnvoll, einander direkt anzusprechen; im weiteren Verlauf kann zur gesamten Gruppe gesprochen werden.
- Die Methode ist nicht geeignet für Gruppen mit akuten Konflikten.
- Aufgrund der einfachen Regeln ist keine Moderation nötig. Das fördert die Eigenverantwortung jedes/jeder Einzelnen.
Stufe der Beteiligung:
Mitbestimmung
Dauer der Durchführung:
je nach Größe der Gruppe von 40 Minuten bis zu 3 Stunden
Anzahl der Beteiligten:
für Gruppen von 5 bis 100 Personen geeignet
Hilfreiche Haltungen im Dialog
- eine lernende Haltung einnehmen (sich überraschen lassen)
- zuhören (sich und anderen)
- Annahmen und Bewertungen zeitweilig aufheben
- eine erkundende Haltung einnehmen (Fragen stellen, die mich bewegen)
- von Herzen sprechen (keine abstrakten Abhandlungen)
Quelle: Baumfeld, Leo; Plicka, Petra (ÖAR): Großgruppeninterventionen. Das Praxisbuch, Wien 2005