>> Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen
Der Wunsch, Partizipationsprojekte im westlichen Österreich kennenzulernen, führte die Strategiegruppe Partizipation am 27. und 28. März in die Landeshauptstadt Salzburg.

Zu Beginn stand ein Besuch bei der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, kurz JBZ, am Programm. Das Team der JBZ betreut in einem Gebäude am Salzachkai, in dem Robert Jungk ein Drittel seiner Werke schrieb, einen Buchbestand von etwa 14.000 Bänden. Die JBZ sammelt, sichtet und analysiert zukunftsrelevante Informationen aus zahlreichen Wissensgebieten in Form von Büchern, audiovisuellen Medien, grauem Material sowie zu sozialen Projekten. Die JBZ sammelt nicht nur zukunftsrelevante Literatur, sondern rezensiert diese auch in der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift „Pro Zukunft“ und veröffentlicht eigene Publikationen.
Walter Spielmann und Hans Holzinger von der JBZ stellten der Strategiegruppe außerdem die von Robert Jungk entwickelte Methode „Zukunftswerkstatt vor: Zukunftswerkstätten zielen darauf ab, „Betroffene zu Beteiligten“ zu machen und Menschen Gestaltungsmöglichkeiten über die eigene Zukunft zu eröffnen. Gearbeitet wird im Dreischritt von der Bestandsaufnahme (Kritikphase) über das Entwickeln von Zukunftsideen (Utopiephase) hin zu konkreten Handlungsschritten (Realisierungsphase).

Nach einem Mittagessen im CaféCult im Künstlerhaus, am Salzachufer gelegen, ging es zur Redaktionssitzung für die Publikation „Zukunft der Öffentlichkeitsbeteiligung“ in den Heffterhof nach Salzburg-Parsch.
Astrid Rössler, Mitglied der Strategiegruppe aus Salzburg und gleichzeitig Obfrau des Anrainerschutzverbandes Salzburg Airport ASA berichtete gemeinsam mit drei weiteren Mitgliedern des Verbandes von der Fluglärmbelastung der Bevölkerung im Raum Salzburg-Freilassing durch den Flugverkehr. Der Flughafen Salzburg liegt sehr nahe am Stadtzentrum – weniger als 4 km von der Staatsbrücke entfernt –; die An- und Abflugrouten führen über dicht besiedeltes Gebiet. Der Verein fordert vom Flughafen ein anrainerverträgliches Betriebskonzept, die zugesagte Optimierung der Flugrouten, die strikte Einhaltung der Betriebszeiten und eine Deckelung der Starts an Samstagen. In einer anregenden Diskussion ging es darum, wie es einer Bürgerinitiative gelingen kann, Unterstützung und Gehör für ihre Anliegen zu finden, sowohl bei EntscheidungsträgerInnen als auch bei BürgerInnen. Kritisch bewerteten die ASA-Mitglieder die mangelnde Dialogbereitschaft und die Informationspolitik des Flughafens - beispielsweise wurde dem Verband trotz mehrmaliger Anfragen kein Einblick in Konzepte für An- und Abtransport der Fans anlässlich der Euro 2008 gewährt.

Den Abend ließen die Mitglieder der Strategiegruppe im M32 am Mönchsberg mit fantastischem Ausblick auf die Salzburger Altstadt ausklingen.
Am Freitag stand ein Besuch beim Verein Spektrum in Salzburg Lehen am Programm. Geschäftsführer Thomas Schuster und Petra Burgstaller stellten den Verein und zahlreiche seiner Projekte vor. Der Verein wurde 1978 als Social Profit Organisation im Stadtteil Lehen, einem der am dichtesten besiedelten Salzburger Stadtteile mit wenig attraktivem Image, gegründet. 1978 wurde ein Spielbus in Betrieb genommen, der mit freizeitpädagogischem Material zu von Kindern und Jugendlichen genutzten Plätzen des Stadtteils fährt. Die CD „LehenRom“, auf der mit 500 Kindern und Jugendlichen die Geschichte des Stadtteils dargestellt wird, wurde präsentiert und das Projekt Kinderstadt MiniSalzburg, in dem zu Sommerferienbeginn über einen Zeitraum von drei Wochen eine Stadt von Kindern aufgebaut und verwaltet wird und Demokratie im Alltag erfahrbar wird. Derzeit wird – für die Eröffnung der neuen Lehener Stadtbibliothek – am Buch „Geschichten und Bilder aus Lehen und anderswo“ gearbeitet.
Thomas Schuster begleitete die Strategiegruppe danach zu einer Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit des Vereins: zum Abenteuerspielplatz in Taxham.

Projektleiter Anton Sedlak zeigte der Gruppe die von Kindern und Jugendlichen errichteten und gestalteten Holzhütten und Spielanlagen und führte auch durch das Kinder- und Jugendzentrum, in dem Kinder und Jugendliche u. a. in einer Bibliothek und Spielothek auch die Möglichkeit haben, Bücher und Spiele zu entlehnen.

Abschließender Programmpunkt war ein Mittagessen beim Bio-Wirtshaus Hirschenwirt, bevor sich der Wiener Teil der Gruppe um viele partizipative Eindrücke reicher wieder auf den Heimweg machen konnte.
Fotos: ÖGUT

Diskussion beim Verein Spektrum im Stadtteil Lehen



Kulinarische und gesellige Elemente der Exkursion.