>> Plädoyer für eine wirksame Jugendpartizipation in Europa (Dr. Barbara Tham), 2005 (pdf, 32 kB)
>> Mitbestimmer sein, Wahlrecht für Kinder und Jugendliche Positionspapier des Deutschen Kinderhilfswerkes

Wie funktioniert Demokratie? Wie kann ich mich daran beteiligen? Warum soll ich mich daran beteiligen? Das Wissen um politische Prozesse so zu vermitteln, dass der Sinn demokratischer Spielregeln klar, sowie die Bereitschaft zur Mitwirkung an demokratischen Vorgängen gefördert wird, ist ein wesentliches Ziel von Kinder- und Jugendbeteiligung in der Politik.
Im Frühjahr 2007 hat das österreichische Parlament das Projekt „Demokratiewerkstatt“ gestartet. Neue, dialogorientierte Ansätze zu den Themen Partizipation und Demokratie werden ausgearbeitet. Bestehende Aktivitäten wie Führungen, Aktionstage oder Jugendparlamente werden inhaltlich und organisatorisch überarbeitet, neue Angebote für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren entwickelt.
Hintergrund des Projekts ist die Notwendigkeit, das Verhältnis zwischen Politik und Jugendlichen neu zu gestalten. In diesem Kontext ist insbesondere die demokratiepolitische Bildung gefragt.
Es geht darum, neue Wege und Methoden in der politischen Bildung zu entwickeln, umzusetzen und somit die Voraussetzungen für ein Aktivwerden in der Gesellschaft zu schaffen. Dem Interesse Jugendlicher an Beteiligung in Politik und Gesellschaft soll Rechnung getragen und neue Formen der Mitwirkung sollen ermöglicht werden (Quelle: Tham 2005, siehe Downloads).
Dieses Ziel verfolgt auch die Demokratie-Initiative der österreichischen Bundesregierung - getragen vom Unterrichts- und vom Wissenschaftsministerium. Diese Intiative wendet sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren. Mit DemoAction gibt es im Frühjahr 2008 einen Jugendwettbewerb zu "Aktionen, die Österreich demokratischer machen". Der DemokraTISCH steht für spontane Dialoge über Demokratie und Demokratieentwicklung u.v.m.
Junge Menschen können sich auf unterschiedliche Art und Weise am politischen Leben beteiligen. Offene Formen der Beteiligung sind z. B. Kinder-Stadtteilversammlungen, Kinder-Sprechstunden, Kinder-Gemeinderatssitzungen etc. Kinder oder Jugendlichen einer Altersgruppe aus einer Stadt oder einem Stadtteil werden zu bestimmten Terminen eingeladen, damit sie ihre Ideen, Probleme oder Anliegen den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung vortragen können. Um die Versammlung besser strukturieren zu können, bitten die Einladenden häufig vorab um die Benennung von Fragen und Themenvorschlägen. Wichtig ist, dass Politik und Verwaltung sich verpflichten und einen geeigneten Weg finden, die Kinder und Jugendlichen nach der Versammlung darüber zu informieren, was aus ihren Vorschlägen geworden ist.
Unabhängig davon gibt es in vielen Städten und Gemeinden auch Kinder- und Jugendparlamente bzw. Kindergemeinderäte. Sie werden in der Regel direkt gewählt. Wahlverfahren und Alterszusammensetzung dieser Parlamente sind von Ort zu Ort sehr unterschiedlich. Kinder- und Jugendparlamente sind vor allem in kleineren und mittelgroßen Städten verbreitet. In Großstädten ist die Anbindung an die Stadtteil- bzw. Bezirksebene sinnvoll.
Seit 1987 ermutigt das Europäische Jugendparlament, kurz EYP, Jugendliche aus ganz Europa, sich aktiv an der Gestaltung des zukünftigen europäischen Kontinents zu beteiligen. Jährlich veranstaltet das EYP drei Sitzungen, die an unterschiedlichen Orten in ganz Europa stattfinden. Die teilnehmenden Jugendlichen diskutieren über Themen aus Politik, Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft und Kultur. Sie erarbeiten eine Resolution, die vorgestellt, diskutiert und verabschiedet wird. Angenommene Resolutionen werden dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Rat übergeben. (Quelle: Sieber, Samuel in: Aktiv mitgestalten – in der Schule, um die Schule. ÖKOLOG-Schwerpunkt Partizipation, S. 39)
Die Vorarlberger Landesregierung startete 2004 ein Projekt, das jugendliche Kompetenzen in anderer Weise zu nutzen verstand. Das Projekt „Kinder in die Mitte“ verfolgte das Ziel, gemeinsam mit der Bevölkerung Ideen für ein noch kinder- und jugendfreundlicheres Vorarlberg zu entwickeln. Kinder und Jugendliche waren als ExpertInnen für ihre Situation in diesen Prozess eingebunden. (Quelle: Handler, Martina und Elisabeth Purker in: Aktiv mitgestalten – in der Schule, um die Schule. ÖKOLOG-Schwerpunkt Partizipation)
>> Plädoyer für eine wirksame Jugendpartizipation in Europa (Dr. Barbara Tham), 2005 (pdf, 32 kB)
>> Mitbestimmer sein, Wahlrecht für Kinder und Jugendliche Positionspapier des Deutschen Kinderhilfswerkes
>> Projekt "Demokratiewerkstatt" des österreichischen Parlaments
>> Demokratie-Initiative der Bundesregierung
>> Polipedia – multimedialer Wiki-Guide zu Demokratie – Politik – Partizipation für Jugendliche
>> Europäisches Jugendparlament
>> Kinderparlament der Stadt Graz
>> www.takepart.at - Verein zur Förderung partizipativer und innovativer Kinder- und Jugendprojekte, Beispiele projektorientierter und parlamentarischer Partizipationsformen in der Bezirkspolitik
Wenn die Eltern schon alles aufgebaut haben, bleibt den Söhnen und Töchtern nur noch das Einreißen.