Wenn Kinder- und Jugendliche aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung teilhaben, wenn sie bei Entscheidungen, die sie und ihr Umfeld betreffen, mitreden, mitgestalten und mitbestimmen, dann tragen sie zur Stärkung von demokratischen Strukturen bei. Kinder und Jugendliche können komplexe technische, wirtschaftliche oder rechtliche Zusammenhänge oft noch nicht richtig einschätzen. Dafür bringen Kinder andere Kompetenzen mit, die viele Erwachsene nicht – mehr – besitzen: Phantasie, Kreativität, Spontaneität und Begeisterungsfähigkeit. Wenn aus Kindern und Jugendlichen aktive, engagierte und politisch denkende Menschen werden sollen, ist eine Basis dafür demokratische Beteiligung von klein auf.
Ernst gemeinte Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist eine Grundhaltung von Pädagogik und von Politik. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen beginnt in den Köpfen der Erwachsenen: Sie müssen die entsprechenden Beteiligungsmöglichkeiten einräumen, dann können Kinder und Jugendliche gestalterische und politische Handlungsmöglichkeiten erfahren und soziale Kompetenzen erwerben. Wichtig ist, dass Fragestellungen und methodische Vorgangsweisen dem Alter der Beteiligten angepasst werden.
Bei der Partizipation von Kindern und Jugendlichen geht es um gemeinsames Handeln, Planen und Mitentscheiden im Alltag. Beteiligung kann Gestaltung von Lebensräumen, Antidiskriminierung u.v.m. bedeuten. Kinder und Jugendliche zu beteiligen heißt auch, sie zu aktivieren. Die Folgen dieses Aktivierungsprozesses können für Erwachsene „unbequem“ sein, denn aktive Jugendliche sind in der Lage Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und Veränderungen in ihrer Welt zu bewirken.
Für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gibt es zahlreiche rechtliche Grundlagen, beispielsweise die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die Agenda 21, das Weißbuch Jugend der Europäischen Union, die EU-Equal-Programm-Leitlinien und die Europäische Charta des Europarates zur Beteiligung junger Menschen auf kommunaler und regionaler Ebene.
Was bewirkt die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen? Dieser Frage stellt sich die ARGE Partizipation auf der Website www.jugendbeteiligung.cc:
Kinder und Jugendliche erleben durch ihr Mittun Veränderungen
Engagement junger Menschen wird gefördert
Beteiligung erhöht die Identifikation mit der Gemeinde, der Schule usw.
Lebenssituationen junger Menschen verbessern sich
Kinder und Jugendliche erleben Demokratie
Erwachsene lernen Ideen, Visionen und Bedürfnisse junger Menschen kennen
Finanzmittel werden gezielter eingesetzt
Generationsübergreifende Kommunikation wird verstärkt
Lebensqualität der Beteiligten steigt
Demokratische Kompetenzen junger Menschen werden gefördert
Eigen- und Fremdverantwortung von Kindern und Jugendlichen erhöht sich
PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen treten in direkten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen.
Auf den folgenden Seiten finden Sie mehr Information zur Kinder- und Jugendbeteiligung:
"Ich bin überzeugt, dass es sich lohnt, in junge Menschen zu investieren. Junge Menschen an der Gestaltung von Lebenswelten teilhaben zu lassen, sie dabei abzuholen, wo sie sind, zieht eine Menge an wertvollen Erfahrungen und Qualitäten nach sich."