
Der Klimawandel lässt sich nicht mehr gänzlich aufhalten, sondern nur verlangsamen. In Österreich ist insbesondere der hochsensible Alpenraum von den Temperaturanstiegen betroffen. Zu den hier auftretenden Klima-Effekten zählen intensivere Niederschläge, vermehrte Dürreperioden, Grundwasserschwankungen und der Gletscherrückgang. Vor diesem Hintergrund sind Klimaanpassungsstrategien von hoher Bedeutung. Die Anpassungsstrategien sind beispielsweise für die Bereiche Land-, Forst-, Wasser und Energiewirtschaft, Tourismus, Bauen und Wohnen, Naturschutz und Gesundheit relevant.
Exemplarisch seien hier drei Beispiele für Klimaanpassungen genannt:
- Eine landwirtschaftliche Anpassung an den Klimawandel liegt im Anbau widerstandsfähiger und standortgerechter Kulturpflanzen mit einer hohen Klimatoleranz und einer geringen Anfälligkeit gegenüber Schädlingen.
- Im Tourismus sind wiederum Anpassungen notwendig, um die derzeitigen touristischen Angebote zu diversifizieren und wetterunabhängige Ganzjahresangebote zu schaffen.
- Strategien für die Schaffung von Retentionsräumen für Flüsse und eine Verbesserung der Hochwasser-Schutzanlagen werden entwickelt.
Die Entwicklung von Klimaanpassungsstrategien wird erst seit einigen Jahren verfolgt, ist aber seitdem zu einem wichtigen Politik- und Forschungsfeld geworden. Viele Maßnahmen beziehen sich auf die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung in Bezug auf den Klimaschutz und die Anpassungen an den Klimawandel. Darüber hinaus finden sowohl im nationalen wie auch im internationalen Kontext vielfältige Workshops und Veranstaltungen mit ExpertInnen und Betroffenen statt, die der Entwicklung von Klimaanpassungsstrategien dienen. Sowohl in der Forschung wie auch in der Regionalentwicklung oder der Privatwirtschaft entstehen Projekte, die sich speziell mit der
Klimaanpassung auseinandersetzen und dabei auf unterschiedliche Weise die betroffenen AkteurInnen einbeziehen.
Das vom Lebensministerium veröffentlichte Policy-Paper „Auf dem Weg zu einer nationalen Anpassungsstrategie“ dient als Grundlage für die Erarbeitung einer österreichischen Anpassungsstrategie. Diese wird laut Bericht „von Beginn an als iterativer Prozess gestaltet werden, in dem alle Betroffenen auf Bundes-, Länder-, Gemeindeebene sowie Stakeholder und NGOs intensiv eingebunden sind. Information, Dialog und Beteiligung werden den Weg zur nationalen Anpassungsstrategie kennzeichnen. Die Entwicklung der nationalen Strategie muss als offener Prozess verstanden werden, um Raum für die Weiterentwicklung und Adaptierung sicherzustellen, die sich auf Grund neuer Erkenntnisse und eines verbesserten Wissensstandes ergeben werden.“ Um die Einbeziehung aller Betroffenen und der breiten Öffentlichkeit sicherzustellen, wurde vom Umweltbundesamt im Juni 2009 ein Beteiligungsprozess gestartet (Projekt finanziert aus dem Klima- und Energiefonds).
Viele Aspekte des Klimawandels müssen grenzüberschreitend betrachtet werden (z.B. wenn es sich um Flusseinzugsgebiete, Meeresbecken oder biogeografische Regionen handelt). Deshalb werden auch von Seiten der EU vielfältige Aktivitäten zur Entwicklung von Anpassungsstrategien verfolgt. Im April 2009 erschien das Weißbuch der Europäischen Kommission zur Anpassung an den Klimawandel.