
Umweltmediation ist ein freiwilliges, klar strukturiertes Verfahren, bei dem alle von einem umweltrelevanten Projekt Betroffenen nach einer gemeinsamen, dauerhaften Lösung suchen.
Unterstützt werden sie dabei von professionellen, allparteilichen MediatorInnen. Die Entscheidungskompetenz bleibt bei Politik und Verwaltung. Als Instrument der Konfliktlösung und der Partizipation eignet sich Umweltmediation insbesondere zur Anwendung bei Projekten im Infrastrukturbereich, bei der Erweiterung und Errichtung von Betriebsanlagen sowie bei Raumordnungsaufgaben.
Der Begriff „Mediation“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Vermittlung“. Mediation wird auch zur Beilegung von Konflikten in Familien sowie im Schul- und Wirtschaftsbereich erfolgreich eingesetzt.
Zum Bereich Umweltmediation zählen Mediationsverfahren im Zusammenhang mit Projekten, bei denen neben Wirtschafts- und sozialen Interessen vor allem Aspekte des Umweltschutzes, der Lebensqualität und der (natur-)räumlichen Entwicklung im Vordergrund stehen. Es handelt sich insbesondere um Vorhaben, die umweltrechtlichen Bestimmungen unterliegen bzw. Auswirkungen auf die Umwelt haben können (Emissionen, Ressourcenverbrauch, Naturraumnutzung, etc.).
Neu an der Umweltmediation ist, dass alle Betroffenen als gleichberechtigte Verhandlungspartner in die Entscheidungsvorbereitung einbezogen werden und allparteiliche MediatorInnen das Verfahren leiten. Behördliche Genehmigungsverfahren werden durch Umweltmediation nicht ersetzt, sondern durch die Einbringung zusätzlicher Aspekte ergänzt. Mediationsverfahren finden in der Regel vor einer behördlichen oder politischen Entscheidung statt, so dass ein ausreichender Verhandlungsspielraum für eine gemeinsame Lösung besteht. Dadurch steigt die Akzeptanz des Projekts seitens der Betroffenen, die Einsprüche verringern sich, was Verwaltungsbehörden und Gerichte entlastet.
Auf den folgenden Seiten finden Sie mehr zum Thema Umweltmediation:
Mehr zum Thema Umweltmediation erfahren Sie im Handbuch Umweltmediation!
Tagungsdokumentation “Co-operative Decision-Making and Conflict Management in Public Planning and Environment”, Budapest, 22.-23.Jänner 2007
>> Download Dokumentation (in Englisch) (pdf, 1,9 MB)
Beispiele für Umweltmediationen bzw. mediationsähnliche Verfahren finden Sie hier:
>> Eisenbahnprojekt Koralmbahn
>> Frauenwohnprojekt [ro*sa], Wien
>> Mediation Natura 2000 Verwall
>> Mediation Siebensternplatz - SYLVIE
>> PlanungsDialog Unterer Wöhrd, Regensburg
>> Rahmenplanung Yppenplatz und Markt
>> Standortsuche Stadt- und Kongresshalle Regensburg