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Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa

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Georg Feiner: Bürgerschaftliches Engagement auf kommunaler Ebene. Eine explorative Untersuchung in Finkenstein am Faaker See / Bekštanj (Diplomarbeit 2012)

In seiner Diplomarbeit geht Georg Feiner der Frage nach, wodurch bürgerschaftliches Engagement auf kommunaler Ebene begünstig bzw. behindert wird.
Die Diplomarbeit ist eingebettet in das Pilotprojektes „LebensKlima in Finkenstein“, welches  vom Nachhaltigkeitsforschungsinstitut SERI in Finkenstein am Faaker See durchgeführt wurde. Das Projekt ist Teil des Forschungsprojektes InContext, welches im 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission gefördert und von acht europäischen Forschungseinrichtungen im Projektzeitraum 10/2010 bis 10/2013 durchgeführt wird. Forschungsziel ist es, Treiber und Hemmnisse für Nachhaltigkeit im Wechselspiel zwischen individueller und kollektiver Ebene zu untersuchen. InContext geht davon aus, dass zur Überwindung einer Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Handlung im Bezug auf Nachhaltigkeit auch eine stärkere Berücksichtigung individueller Bedürfnisse notwendig ist. Neben theoretischer Forschungsarbeit und den Fallstudien werden in diesem Projekt drei Pilotstudien durchgeführt um die entwickelten Konzepte und Instrumente zu testen.

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass – im Gegensatz zu einem allgemeinen Engagement – bürgerschaftliches Engagement für das Gemeinwohl im untersuchten Kontext abhängig von einem bestimmten Problembewusstsein ist. Dieses Problembewusstsein und die damit einhergehende Betroffenheit von einer Angelegenheit hängen mit dem Informationsfluss, mit der Nähe des Problems sowie der Intensität, der dadurch wahrgenommenen persönlichen Auswirkungen zusammen. Verstärkt oder gemindert wird die Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement durch mehrere Faktoren. Während BürgerInnen, die sich zu einem Verein, einer Organisation oder einer politischen Partei zugehörig fühlen eine eher allgemeine aber weniger intensive Bereitschaft für bürgerschaftliches Engagement
zeigen, zeigen BürgerInnen ohne institutionelle Verankerung eine Art „neues Engagement“, das sich eher auf spezifische Anliegen bezieht und punktuell hervortritt. Diese Art von Engagement hat ein höheres Innovationspotenzial, da die betreffenden BürgerInnen zumeist eine geringere Bindung zu bestehenden Institutionen haben.
Bürgerschaftliches Engagement tritt nicht im luftleeren Raum auf sondern wird
stark von kontextuellen Bedingungen geprägt. Zu diesen Bedingungen gehört das soziale Umfeld in einem Gemeinwesen, das mehr oder weniger stark von Individualisierungstendenzen geprägt sein kann, die Ausprägung sozialer Kohäsion in einem betreffenden Gemeinwesen, die Offenheit oder Geschlossenheit von Kommunikationsstrukturen sowie das Vorhandensein oder Fehlen von Anreizstrukturen.
Neben diesen sozialen Bedingungen sind individuelle Faktoren wie Selbstkompetenz und Sozialkompetenz zentral für die Begünstigung oder Behinderung bürgerschaftlichen Engagements.
Schließlich wird bürgerschaftliches Engagement auch durch seinen Erfolg oder
Misserfolg begünstigt bzw. behindert, welcher eintritt, wenn dieses Engagement
zum Einfordern von Mitsprachemöglichkeiten durch Eigeninitiative oder durch
eine Einbindung der engagementbereiten Personen in partizipative Prozesse.

Diplomarbeit von Georg Feiner (PDF, 1.88 MB)