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Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa

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Niklas Gudowsky: Information und Öffentlichkeitsbeteiligung (Diplomarbeit, 2010)

Der Umgang mit dem Klimawandel und dessen Folgen sind eines der brennensten Probleme die die Menschheit in diesem Jahrhundert zu bewältigen haben wird. Andere globale gesellschaftliche Probleme wie Hunger, mangelnder Zugang zu Trinkwasser oder politische Stabilität werden direkt oder indirekt durch die globale Erwärmung beeinflusst. Die meisten Vermeidungs- und Anpassungsstrategien halten die Reduzierung des CO2 Ausstoßes für unumgänglich um verheerende Folgen zu verhindern. Die politische Diskussion und Entscheidungsfindung der letzten 20 Jahre ist bis heute an der Festlegung genauer Reduktionsziele und deren Durchsetzung gescheitert.

Ein neuer Ansatz soll BürgerInnen in diesen politischen Prozess einbeziehen. Während der ersten globalen BürgerInnenkonferenz „World Wide Views on Global Warming“, wurden BürgerInnen in 37 Ländern über den aktuellen Stand der Wissenschaft in Klimafragen informiert. Sie formulierten in einem deliberativen Prozess Empfehlungen an die EntscheidungsträgerInnen des Klimagipfels von Kopenhagen (COP 15, Dezember 2009). Zusätzlich beantworteten sie verschiede Fragen zum Klimawandel und dem Umgang damit. Diese Antworten repräsentieren die Meinungen von auf wissenschaftlicher Basis informierten Laien.

In dieser Arbeit werden die Meinungen aus dem österreichischen WWViews-Prozess mit den Antworten von Laien verglichen, die in einer Straßenbefragung in Wien erhoben wurden. Dieser Vergleich soll zur Klärung der Frage beitragen ob und inwieweit wissenschaftlich fundierte Information zu einer anderen öffentlichen Meinung führt als zum Beispiel die Information durch Massenmedien.
In der Straßenbefragung antworteten die Befragten bei vielen Fragen sehr ähnlich wie die WWViews-TeilnehmerInnen. Hier wird der Einfluss der Massenmedien während der Befragung zum Zeitpunkt des Kopenhagener Klimagipfels deutlich. Eine Medienanalyse zeigt die stark erhöhte Bericherstattung zu dieser Zeit im Vergleich zur zum Zeitpunkt der WWViews-Befragungen ca. 10 Wochen vorher und nachher.

Die Antworten der beiden Gruppen zeigen aber auch einige Unterschiede. Die TeilnehmerInnen von WWViews waren eher der Meinung die globale Erwärmung sei durch internationale Vereinbarungen zum CO2-Ausstoß aufzuhalten, hielten es für dringender eine solche Vereinbarung zu beschließen und forderten strengere Bestrafungen bei Nichterfüllung. Zusätzlich schätzten sie sich selbst als besser informiert ein.

Eine überwiegende Mehrheit der TeilnehmerInnen bewerteten die bei WWViews präsentierten Informationen als sehr wichtig für die Diskussionen während des Verfahrens. Viele von ihnen änderten ihre Meinung über verschiedene Aspekte des Klimawandels nach dem Verfahren. Dies zeigt, dass es einen Einfluss der Information gegeben hat. Eine spätere Befragung zeigte aber, dass dieser Wechsel oft nur kurzfristig war.
Gründe hierfür könnten die wenige und kritische Berichterstattung zum Thema Klimawandel zu Beginn des Jahres 2010 und auch die allgemeine Wirtschaftslage und deren Medienpräsenz im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise sein.

Diplomarbeit von Niklas Gudowsky (PDF, 1,5 MB)