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Christian Haider, FH Oberösterreich - Logistikum

Frage: Was ist das spezifisch Neue an dem Format der Living Labs? Bitte erläutern Sie an einem konkreten Beispiel die Erfolgsfaktoren für sowie Herausforderungen bei Living Labs!

In meiner Funktion als Leiter eines sogenannten „Urban Mobility Living Labs “ in Oberösterreich (kurz: MobiLab OÖ) habe ich mir zahlreiche Gedanken über „das Neue und besonders Fruchtbare“ an diesem Format gemacht. Aus meiner Sicht bestehen Living Labs aus vier Faktoren:
• Kommunikation: Living Labs fördern die aktive Zusammenarbeit von vier Stakeholdergruppen – öffentliche Hand, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft;
• Kollaboration: Als Labor bieten Living Labs Ausstattungen an, die für alle Akteure aus den jeweiligen Gruppen zur Verfügung stehen.
• Kreativität: Living Labs schaffen die Voraussetzung für kreatives Arbeiten. Dabei spielen vor allem nutzerzentrierte Innovationsmethoden eine wichtige Rolle. 
• Kritisches Denken: Living Labs ermöglichen das Testen von ersten Konzepten und Prototypen in einem geschützten Rahmen. Dadurch können noch vor der Umsetzung wichtige Erkenntnisse von Seiten der unterschiedlichen Akteure eingeholt werden. 

Die Verknüpfung dieser Faktoren innerhalb eines „One-Stop-Shops“ ist aus meiner Sicht der wesentlichste Mehrwert von Living Labs. Es ist somit notwendig i) ein guter Gastgeber zu sein (z.B.: Art of Hosting), ii) Laborequipment bedienen zu können (z.B.: Augmented Reality Gadgets), iii) nutzerzentrierte Wertschöpfung methodisch anzuleiten (z.B.: Design Thinking) und iv) Experimente in der „realen Welt“ zu organisieren/evaluieren (z.B.: Realexperimente).

Als Praxisbeispiel möchte ich das Thema „betriebliches Mobilitätsmanagement“ (BMM) anführen. BMM wird dazu verwendet, um neue Pendlerlösungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entwickeln. Folgende Darstellung vergleicht den klassischen BMM-Ansatz aus früheren Projekten mit dem Living Lab Ansatz:

Faktor

Klassischer Ansatz (BMM)

Living Lab Ansatz (BMM)

Kommunikation

Innerhalb der Unternehmensgrenze.

Benachbarte Unternehmen, Dienstleister & öffentliche Hand sind eingebunden.

Kollaboration

Unternehmen muss eigenständig Mobilitätserhebung aufsetzen.

Erhebungsequipment und Auswertungsmethoden werden zur Verfügung gestellt.

Kreativität

Top-Down – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden über die Konzeption informiert.

Buttom Up - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln die Pendlerlösungen.

Kritisches Denken

Konzepte gehen ohne Testphase in die Umsetzung.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter testen erste Konzepte (Weiterentwicklung).

 

Die aktive Wertschöpfung mit Nutzerinnen und Nutzern wird in der Literatur als „co-creation“ bezeichnet (Empowerment of Users). Eine aktive Einbindung ist von großer Bedeutung für den späteren Erfolg einer Innovation, da diese schlussendlich die wahren Bedürfnisse und Wünsche der Kundinnen und Kunden erfüllen soll. Es ist daher essentiell, die Nutzerinnen und Nutzer zur aktiven Teilnahme am Innovationsprozess zu motivieren bzw. zu befähigen, ihr kreatives Potenzial zu nutzen.

 

Quellen

Christian Haider ist Kompetenzfeldleiter für den Bereich "Urban Mobility Living Labs" an der Abteilung Logistikum der FH Oberösterreich. 

Foto: FH OÖ - Logistikum © Gerold Wagner

 

 

Die auf der Webseite Premarin canada buy veröffentlichten "Standpunkte" geben die Auffassungen der AutorInnen wieder und müssen nicht jenen des BMNT entsprechen.

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