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Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa

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Susanne Formanek & Vera Enzi, GRÜNSTATTGRAU Innovationslabor

Frage: Was ist das spezifisch Neue an dem Format der Living Labs? Bitte erläutern Sie an einem konkreten Beispiel die Erfolgsfaktoren für sowie Herausforderungen bei Living Labs!

Gerade die Anpassung urbaner Räume an künftige Lebensansprüche und -bedingungen stellt für uns alle eine große Herausforderung dar. Es gilt Lebens- und Umweltqualität in verdichteten urbanen Räumen zu erhalten oder zu erhöhen, gleichzeitig die Folgen des Klimawandels zu minimieren, energieeffizient zu handeln und die Bevölkerung einzubeziehen. Grüne Infrastrukturen, wie im speziellen auf Bauwerken (Fassaden- und Dachbegrünungen), sind ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu klimaresilienten, energieeffizienten und lebenswerten Städten! Eine Voraussetzung für das Erreichen dieses Ziels ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Hand bzw. Politik mit der Bevölkerung.

Die Akzeptanz und die Einbindung verschiedener Beteiligten von Beginn an ist ein Garant für das schnelle und nachhaltige Umsetzen von Projekten im Bereich grüner Infrastrukturen. Es ist wichtig, dass Technologien, deren Erprobung und deren Anwendungen nicht nur FÜR, sondern auch gemeinsam MIT den BürgerInnen entwickelt werden, wofür zum Beispiel Innovationslabore die perfekte Basis bieten. Gerade durch das gemeinsame, interdisziplinäre Lernen und Entwickeln und das wechselseitige Sharing von Best Practice werden Wettbewerbsvorteile und neue Stufen der nachhaltigen und langfristigen Zusammenarbeit- und leben zwischen Öffentlichkeit, Wirtschaft und Wissenschaft geschaffen.
 
Ein Beispiel eines solchen Innovationslabors ist das GREEN.LAB Graz: Holzbau trifft Begrünung und Co-Creation! Im sich entwickelnden Stadtteil auf den Waagner-Biro Gründen in Graz entsteht hier unter der Leitung der Stadt ein grünes Labor in Zwischennutzung. Begrünte Holzboxen zeigen richtungsweisende Verbindungen von Technologien und ein urbaner Garten mit vielfältigem Programm lädt zum Mitmachen und Experimentieren ein. Ziel des Projekts ist die Erfassung der Live- Performance Daten der zukunftsweisenden Bautechnik als auch der Wissenstransfer an unterschiedliche Stakeholdergruppen. Das Demoprojekt liefert Ergebnisse und setzt Impulse für klimawandelgerechte Stadtentwicklung sowie Sanierungsvorhaben und bietet auch der interessierten Bevölkerung Möglichkeiten, selbst Hand anzulegen.

Eine Art der Open Innovation Methode fokussiert sich bewusst auf die Schaffung eines offenen Kommunikationsprozesses der Innovation, bei dem die Kreativität heterogener Partner oder „unüblicher Akteure“ genutzt wird. Es beruht auf dem Prinzip des Zusammentreffens von verschiedenen Welten und Sichtweisen, die sich beflügeln! Ein Beispiel hierfür ist der in Bau befindliche mobile „Showcontainer“ mit dem Namen MUGLI, die vom Innovationslabor GRÜNSTATTGRAU initiiert und konzipiert wird. Im MUGLI werden Technologien in ganz Österreich demonstriert und können auch ausprobiert werden. Gleichzeitig wird der Showcontainer als innovative Eventlocation verwendet. Ein Beispiel: Vor Ort finden daher Bewusstseinsbildung, Kompetenzvernetzung, Marktchancenabwägung und Bürgerkooperationen in Form von Einbindung der zukünftigen User statt. Co-Creation trifft Partizipation! Die Möglichkeit der Visualisierung und „Angreifen“ von Technologien, die persönliche Interaktion mit den Bürgern vor Ort sowie deren Einbindung in die interaktiven Roadshows, um ihre Bewertung abzufragen, führen zu verkürzten Iterationsprozessen von Technologienentwicklungen und schneller Akzeptanz neuer Entwicklungen. Dazu gehört auch der Einsatz von Erneuerbare Energien, die mit Bauwerksbegrünung effektiv kombinierbar sind.

Das Innovationslabor GRÜNSTATTGRAU beschäftigt sich zielgerichtet mit der sichtbaren und qualitätsgesicherten Umsetzungen von grünen Stadtquartieren in Österreich. Darüber hinaus forciert GRÜNSTATTGRAU die Weiterentwicklung und leistbare Anwendung von vorhandenen und neuen Technologien, Materialien, Kompetenzen und Dienstleistungen im Bereich Bauwerksbegrünung. GRÜNSTATTGRAU wird durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen des Programms „Stadt der Zukunft“ gefördert.

 

Quelle

Susanne Formanek und Vera Enzi sind gemeinsam Projektmanagerinnen und  Geschäftsführerinnen der GrünstattGrau GmbH, dem „Innovationslabor grüne Technologien für die Stadt“. Susanne Formanek ist Präsidentin des IBO, des Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie.

Foto: Susanne Formanek © Niko Formanek

 

 

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