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Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa

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Christoph Kutzer, Büro für Zukunftsfragen

Frage: Welche Gestaltungsprinzipien und Formate haben sich für die Beteiligung Jugendlicher bewährt? Bitte erklären Sie anhand konkreter Beispiele, worauf Sie bei der Konzeption und Durchführung von Jugendbeteiligungsprozessen besonders geachtet haben!

Kinder- und Jugendbeteiligung bedeutet aktives Mitgestalten und Mitentscheiden durch junge Menschen. Dabei werden Kinder und Jugendliche als Fachleute für ihr Lebensumfeld anerkannt. Sie nutzen Gestaltungsspielräume, übernehmen Verantwortung und erleben, was sich durch Engagement bewegen lässt.


Dies soll unmittelbar zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beitragen und langfristig dazu motivieren, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Durch das aktive Mitwirken an Entscheidungen wird Politik erlebbar. Dies ermutigt junge Menschen dazu, sich für ihre Anliegen einzusetzen. Von dem Engagement für Gemeinde- und Schulprojekte, über die Gestaltung von Jugendplätzen, bis hin zur Entwicklung von Jugendforen mit Mitbestimmungsrecht in der Region und Empfehlungen zur Überarbeitung von Gesetzen: Um die Selbstwirksamkeit von Jugendlichen und die Demokratie durch politische Teilhabe zu stärken, sind einige Grundvoraussetzungen zu beachten.


Klare Zielsetzung, Verbindlichkeit und Begleitung
Erwachsene sind mitunter besorgt, dass Beteiligung als Wunschkonzert mit unerfüllbaren Forderungen und Frustration endet. Auf der anderen Seite sind junge Menschen enttäuscht, wenn ihr Engagement nichts bewirkt. Der Rahmen der Mitbestimmung und die Dimension an möglichen Umsetzungsmaßnahmen sollen daher verbindlich definiert sein. EntscheidungsträgerInnen müssen das Anliegen, den Zweck und die Ziele der Jugendbeteiligung vorab klären. Um die Beteiligung von jungen Menschen gut gelingen zu lassen und Know-how aufzubauen, ist die Unterstützung durch erfahrene ProzessbegleiterInnen empfehlenswert. Die Qualitätskriterien für Kinder- und Jugendbeteiligung der ARGE Partizipation bieten einen
guten Überblick, worauf es zu achten gilt.

Prozessgestaltung an Bedürfnissen orientieren
Es gibt unzählige Formate für Jugendbeteiligung. Einige erprobte Zugänge sind im Jugendbeteiligungsmodell Vorarlberg enthalten (siehe Download). Jedoch bestehen keine Standardlösungen. Es empfiehlt sich, die Bedürfnisse der Beteiligten in den Fokus zu nehmen und Formate sowie Methoden daraus abzuleiten.

Jugendbeteiligung Schritt für Schritt aufbauen
Zudem wurde die Erfahrung gemacht, dass Jugendbeteiligung schrittweise etabliert werden kann. Ein gutes Beispiel wurde in der Vorarlberger Region Montafon umgesetzt. Ausgehend von einer Jugendbefragung wurde ein Jugendrat durchgeführt. Das daraus entstandene Jugendteam setzte eigene Projekte um und etablierte ein regionales Jugendparlament mit definierten Rechten und Pflichten, einem eigenen Budget, Büroräumlichkeiten sowie einer Einbindung in das regionale Entscheidungsgremium der Bürgermeister.

 

Weiterführende Links

Christoph Kutzer studierte Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur Wien und setzte hierbei einen Schwerpunkt auf das Thema Nachhaltige Entwicklung und Kommunikation. Im Rahmen der Studierendenvertretung beschäftigte sich Christoph Kutzer intensiv mit der Einbindung von Studierenden in die Gestaltung von Studienprogrammen und des Studienumfeldes. Im Büro für Zukunftsfragen des Landes Vorarlberg ist Christoph Kutzer für den Bereich Kinder- und Jugendbeteiligung verantwortlich.

 

Foto: © Monika Hönig

 

 

Die auf der Webseite www.partizipation.at veröffentlichten "Standpunkte" geben die Auffassungen der AutorInnen wieder und müssen nicht jenen des BMNT entsprechen.

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