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Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa

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STANDPUNKTE

1 FRAGE – 5 EXPERTINNEN ANTWORTEN

Polarisierungen in der Gesellschaft – zwischen Menschen unterschiedlicher politischer Orientierungen, Glaubensrichtungen, Zugehörigkeitsgefühlen und Werten – nehmen zu. Auch soziale Gegensätze, etwa zwischen armen und reichen Menschen oder solchen mit hoher versus niedriger Bildung, wachsen. Beteiligung kann ein wirksames Mittel sein, Begegnung und Verständigung zu ermöglichen und damit Polarisierungen abzubauen.


Was wären Ihrer Meinung nach wirksame konkrete Schritte/Maßnahmen, um Polarisierungen entgegen zu wirken? Wie müssten (partizipative) Aktivitäten gestaltet sein, damit Menschen über Differenzen hinweg miteinander in Dialog treten? Kennen Sie gute Beispiele, wo das gelungen ist?
 

 

Jay Rothman, The ARIA Group / Bar-Ilan University Israel

Wie wir derzeit weltweit sehen, werden tiefe Meinungsverschiedenheiten oft in aggressiver Weise und entlang einer Wir-Gegen-Sie Dichotomie ausgelebt. Viele Menschen pflegen tiefe, manchmal sogar radikale, Meinungsverschiedenheiten (radical disagreement). Mir geht es darum, die Betroffenen so zu unterstützen, dass sie ihre Unterschiede im Hinblick auf ein gemeinsames Lernen nützen können. Sobald Individuen ausdrücken und hören können, warum ihnen und der Gegenseite ein bestimmter Konflikt, eine Erfahrung, oder einfach ein Projekt besonders am Herzen liegt, entfaltet sich ein Begegnungsraum zwischen ihnen. Im Folgenden gebe ich zwei Beispiele.

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Philippe Narval, Europäisches Forum Alpbach

Vor rund einem Jahr habe ich mich auf Spurensuche nach gelungenen Demokratieexperimenten begeben, auch um eine Debatte zu Lösungswegen aus der Demokratiekrise in Gang zu bekommen. Meine Feldforschung führte mich durch ganz Europa, ich besuchte kleine und große Initiativen, die von BürgerInnen ausgingen. Manche veränderten nur einen Kindergarten, andere ein Dorf oder ein ganzes Land. Wenn ich davon erzähle, heißt es oft skeptisch, wie denn Beteiligung im Großen funktionieren könne? Meine Reise ging deshalb auch nach Irland. Dort traf ich die Köpfe hinter der Bürgerversammlung.

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Katharina Hammer, Arbeiterkammer Wien

Neben demokratischen Veränderungen müssen wir eine Zunahme sozialer Gegensätze beobachten. Die Einkommensverhältnisse klaffen auseinander; die Lebenswelten der Menschen werden immer unterschiedlicher. Diese Entwicklungen verstärken die Polarisierung in der Gesellschaft und führen zu ungleichen Lebensverhältnissen. Dieser Entwicklung können Partizipationsprozesse und Beteiligungsverfahren nur bedingt etwas entgegenhalten, außer man achtet bei der Gestaltung solcher Verfahren darauf, Partizipationsgerechtigkeit umzusetzen. Nur so kann Partizipation integrativ wirken und zu mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Bevölkerung beitragen.

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Petra Wlasak, Regional Centre of Expertise / Universität Graz

Eine Möglichkeit, damit sich unterschiedliche Personen nicht nur treffen und miteinander kommunizieren, sondern auch Schritt für Schritt ein Verständnis für die Perspektive des jeweils anderen aufbringen und sich auf Lösungen einigen, ist die Umsetzung von Urban Labs. In diesen sogenannten Real- oder Stadtlaboren treffen sich gesellschaftliche und wissenschaftliche AkteurInnen, um gemeinsam Herausforderungen einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu bearbeiten. Dabei werden sie von transdisziplinären Projektteams koordiniert und begleitet.

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Ruth Wodak, Lancaster University / Universität Wien

Globalisierung produziert Ängste. Diese Ängste polarisieren und treiben Menschen weiter auseinander. Auf der anderen Seite hat die Globalisierung einen neu organisierten, digitalisierten und mobilen Alltag gebracht, der zur Routine geworden ist und selbstverständlich keine territorialen Grenzen mehr kennt. Es wäre meines Erachtens notwendig, genau an den neuen Möglichkeiten der Kommunikation anzusetzen und sich daraus entwickelnde Möglichkeiten der Partizipation zu nutzen, wie auch auf alte Einsichten zurückzugreifen.

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Die auf der Webseite www.partizipation.at veröffentlichten "Standpunkte" geben die Auffassungen der AutorInnen wieder und müssen nicht jenen des BMNT entsprechen.

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